Nach – nun – diversen Versuchen diesem Blog mit einem Initiationstext wieder etwas Leben einzuhauchen, gibt es tatsächlich etwas Hoffnung. Fern, am düsteren Horizont, kann man den 18. Februar 2012 erahnen. Ein Datum, das in die Geschichte eingehen wird. Als der Tag, an dem ich in die Piraten-Parteienbasis gewählt werde. Yes, nach 2,5 Jahren verschlägt es mich mal wieder in das höchste Amt unserer süßen, kleinen Partei. Ich werde Basispirat.
Zweieinhalb Jahre, mehr als ein Zehntel meines gesamten Lebens, war ich nun Vorsitzender der glamourösen Piratenpartei Jena. Frisch eingetreten gründete ich den Landesverband Thüringen mit und kaum ausgeruht gab es plötzlich – mitten im Bundestagswahlkampf 2009 – auch noch diese Piraten in Jena. Und die haben mich seitdem nicht mehr weggelassen. Fest angekettet ohne jegliche Chance auf Flucht.
Diese zweieinhalb Jahre waren – und das kann ich ohne jeden Zweifel sagen – die mit Abstand aufregendsten und spannendsten, aber auch anstrengendsten und schwierigsten Jahre in meinem langen, voller Weisheit gespickten Lebenslauf. Ich möchte an dieser Stelle garnicht so viele Details aufzählen – dafür bleibt mir Zeit auf unserem Parteitag – entsprechendes Material werde ich dann natürlich auch hier veröffentlichen.
Doch was macht so ein Piratencarsten eigentlich, wenn er nicht mehr im Vorstand sitzt? Schließlich habe ich kürzlich aufgrund eines Umzuges und arbeitstechnischer Einschränkungen mein Ortsteilratsmandat niederlegen müssen. Bin ich jetzt ganz weg? Nein nicht ganz – sogar garnicht. Die Onlinepräsenzen der Jenaer Piraten wollen regelmäßig gepflegt werden, ich habe gewisse Talente Texte für Presse und Programm zu schreiben, ich kann mit Verwaltung, Öffentlichkeit und politischer Konkurrenz sprechen ohne ins Stottern zu geraten. Und wir gründen eine ganze Menge neuer Kreisverbände im beschaulichen Thüringen. Ich bin recht zuversichtlich, dass ich die nächsten Monate ganz gut füllen kann.
Oh, diese ominöse Formulierung, was ist denn nach „den nächsten Monaten“? Die Bundestagswahlen werden nicht warten und ich werde mich gerne an der organisatorischen Vorbereitung der Thüringer Piraten für die nächsten Wahlen beteiligen. Und als ich mich kürzlich bereits auf einer ominösen Liste eingetragen habe war klar – ich würde auch für die Landesliste der Piratenpartei Thüringen zur Bundestagswahl 2013 kandidieren.
Die letzten zweieinhalb Jahre waren zwar schwierig, teuer, zeitraubend, nervig und vieles mehr – aber ich habe nicht die geringste Lust verloren weiterhin alles für die Piraten zu geben. Da ich mich oft selbst dabei ertappe, anhand meiner Aufgaben aufzublühen, werde ich dafür kandidieren, für die Piraten in den Bundestag einziehen zu können. Das warum und wie – und warum ich das vordergründig für die Piratenpartei und erst an zweiter Stelle für meinen Narzissmus mache (:D) – erläutere ich an gleicher Stelle, aber erst nachdem ich aus dem Vorstand ausgeschieden bin.
Zumindest kann ich eines versprechen – hier landen bald mehr Blogposts. Evtl. auch mal zu meinen zweiten Leben – das mit dem gutbürgerlichen Beruf.

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